7515 Todesfälle durch H1N1 in Österreich?

10 Jul

Bis zum 6.7.2009 sind laut WHO weltweit 94.512 Menschen an H1N1 erkrankt. 429 Menschen sind daran gestorben. Das ergibt eine Todesrate von 0.45%.

Laut Michael Kunze, Vorstand des Instituts für Sozialmedizin der Universität Wien, könnten ab Herbst 2009 bis zu 20% der österreichischen Bevölkerung (= 1,670.000 Menschen) an H1N1 erkranken: Eine starke Ausbreitung der Krankheit sei nicht mehr zu verhindern, nur noch zu verzögern. [Quelle: Salzburger Nachrichten]

Rechnete man mit einer konstanten Todesrate (0.45%), so wäre im kommenden Herbst und Winter alleine in Österreich mit 7.515 Todesfällen durch H1N1 zu rechnen. 

Zum Glück aber dürften die Zahlen der WHO die wahre Dynamik der Pandemie nur unzureichend widerspiegeln: So sollen im besonders stark betroffenen New York bereits im Juni 2009 knapp 7% der Bevölkerung (= 500.000) infiziert gewesen sein und in den gesamten USA mindestens eine Million. [Quellen: Wikipedia, CDC, Centers for Disease Control and Preventing]  

Stimmt also die Zahl der Erkrankten nicht und wäre aber die Zahl der Todesfälle richtig, so könnte die Todesrate auch (weitaus?) niedriger sein als 0.45%.

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2 Antworten to “7515 Todesfälle durch H1N1 in Österreich?”

  1. stefon Juli 12, 2009 um 1:09 pm #

    Wie du selbst sagst, beziehen sich die 0.45% auf die weltweiten Krankheitsfälle.
    Bedeutet also dass auch Schwellen- und „3-Welt“ Länder enthalten sind, welche kein besonders gutes Gesundheitssystem besitzen.
    Daher wird die Prozentrate in Österreich wohl um einiges niedriger liegen.
    Oder übersehe ich da was?

    lg
    stefon

  2. hejio Juli 13, 2009 um 3:08 pm #

    Ja, die Rate ist nicht überall gleich. Von der Tendenz her müssten bessere Gesundheitssysteme bessere Zahlen produzieren. UK und Spanien liegen um die 0.1%, und ein solcher Wert wäre dann auch für viele andere Länder in Europa anzunehmen.

    Für Österreich müssten dann bei 2 Mio. Erkrankten 2000 Todesfälle angenommen werden.

    Vermutlich spielen aber auch noch andere Komponenten eine Rolle:

    – Argentinien: 60 Todesfälle (2485 Krankheitsfälle)
    – Philippinen: 1 Todesfall (1709 Krankheitsfälle)

    Ein solcher Unterschied erklärt sich nicht aus unterschiedlichen Gesundheitssystemen.

    Die Raten (lt. WHO, 6.7.2009)

    Argentinien 2.4%
    Uruguay 2.05%
    Dominik. Rep. 1.83%
    Kolumbien 1.7%
    Mexiko 1.16%
    Costa Rica 1,08%
    Honduras 1.08%
    Paraguay 0.94%
    Guatemala 0.7%
    USA 0.5%
    Thailand 0.34%
    Kanada 0.31%
    Neuseeland 0.28%
    Australien 0.19%
    Chile 0.19%
    Brasilien 0.14%
    Spanien 0.13%
    Philippinen 0.06%
    Grossbritanien 0.04%

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