Wieder ein Ausblick

14 Jan

„I hate to be negative, but in a world so full of hope, and little realisme I want to warn of the clear and present danger of misinterpreting government money with good money. This will NOT work – the state can not allocate efficiently, neither can they increase productivity or intellectual capital (a contradiction in terms for public sector)……..“

Steen Jakobsen, Chef-Anlagestratege, Saxo Bank, Kopenhagen {12.1.2009}

Im Handelsblatt kommen heute drei sogenannte Pessimisten zu Wort. Unter dem Titel „Auf die Krise folgt der Kollaps“ geben Gerald Celente, Gründer Trends Research Institute (Rhinebeck, USA), Frank Biancheri, Gründer des europäischen „Think Tank“ Leap/E2020 und eben Steen Jakobsen einen Ausblick auf das was da kommen mag:

Wohin steuert die Wirtschaft?

Jokobsen erwartet nach einer Zeit „spekulativer Exzesse“ einen „enormen deflationären“ Schub, einen „dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit“, negatives Wirtschaftswachstum für die nächsten 2 oder 3 Jahre und schliesslich eine massive Inflation aufgrund „extremer Ausweitung der Geldmengen“.

Celente sieht vor allem Deflation und eine Arbeitslosigkeit auf dem Niveau der 1930er Jahre und meint damit vor allem die USA.

Biancheri differenziert nach Regionen: USA, Kanada, Mexico und Grossbritanien werden am stärksten unter der Krise leiden, „möglicherweise ein Jahrzehnt lang“. Für Europa sieht er eine 2-3 jährige Rezession. Asien werde sich schneller erholen. 

Was passiert an den Kapitalmärkten?

Jakobsen: Die beste Anlage 2009 sind kurz-bis-mittelfristige Staatsanleihen. Aktien in den USA und in Europa fallen nochmals um 40%, in den Schwellenländern sogar noch tiefer. Die Preise für Rohstoffe fallen, Erdöl auf $ 25.

Anderer Ansicht ist Celente: „Warum Anleger noch Staatsanleihen kaufen, ist mir unverständlich.“ Er sieht Aktien in USA und Europa um 20-30% tiefer und sieht die Gefahr der „Zahlungsunfähigkeit grösserer Staaten“. Für 2009 erwartet er einen „Bankenansturm“ und empfiehlt Gold. 

Auch Biancheri spekuliert mit einer Zahlungsunfähigkeit der USA. Aktien könnten 10 Jahre brauchen, um wieder den Stand von 2008 zu erreichen. Er empiehlt Cash (in Euro und Yen, keinesfalls Dollar oder Pfund).

Wie geht es gesellschaftlich und politisch weiter?

Jakobsen sieht bei vielen Ländern die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit. Er meint damit die baltischen Staaten, Osteuropa, Russland, Venezuela und vor allem den Iran. Dort sieht er die grösste geopolitische Herausforderung: „Versorgungsschwierigkeiten könnten das Land in eine Revolution stürzen.“

Celente (dessen Blick offensichtlich vor allem auf die USA gerichtet ist) erwartet „soziale Unruhen“ in den USA und in China. 

Biancheri sieht in den USA 100 Millionen Menschen „ohne Absicherung“, in China werden Aufstände an der Tagesordnung sein. Die soziale Stabilität sei in vielen Ländern gefährdet.

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