2009: Optimismus wohin man schaut

21 Dez

Obwohl nationale und internationale Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen für 2009 laufend nach unten korrigieren, sind alle bisher veröffentlichten Zahlen angesichts der stetig voran schreitenden Superkrise von einem eigenartigen Optimismus getragen.

Dieser ist entweder angebracht, oder aber stehen den Wirtschaftsforschern keine entsprechenden Werkzeuge zur Verfügung, um angesichts der momentan herrschenden Anomalie plausible Zahlen zu erstellen.

Die Hypothese, hier werde -um die Menschen zu beruhigen- weltweit Schönfärberei betrieben, ist jedenfalls auch unplausibel.

Die OECD erwartet für 2009 einen Rückgang des weltweiten BIP/GDP um 0.4% und sieht grosse regionale Unterschiede. So sollen zwar USA (-0.9%) und die Eurozone (-0.6%) schrumpfen, doch bereits in Mittel-und-Osteuropa (CEE) sieht man ein Plus von 2%. Japan stagniert bei -0.1% wo hingegen China (+8%) und Indien (+7.3%) ihren Höhenflug fast ungebremst fortsetzen.

Für 2010 sieht die OECD einzig in Island ein weiteres Schrumpfen: -0.7% nach -9.3% 2009. Sieht ganz so aus, als ob hier Island als einziges schwer in die Krise geschlittertes Land dargestellt werden soll; und da sind Zweifel angebracht.

Die momentane Krise ist (die beiden Weltkriege ausgenommen) die schwerste nach 1929. Und auch diese Aussage ist umstritten. Angesichts der bereits umgesetzten und noch bevorstehenden massiven „Gegenmassnahmen“ durch Regierungen und Notenbanken hört man je nach Standpunkt (z.B. OECD), dass die Krise aufgrund der gesetzen Massnahmen auf 1 Jahr begrenzt werden kann, oder aber hört man das Gegenteil: Die Massnahmen verschlimmere die Krise und wandle sie um in eine Superkrise, in eine lang anhaltende weltweite Depression die jene der 1930-Jahre in den Schatten stellt.

War es richtig, die Banken zu retten? Die Antwort könnte sein: Es wäre richtig gewesen, wenn die betreffenden Banken überhaupt zu retten sind. Der Beweis steht noch aus. Entweder gelingt es oder aber die Banken gehen trotzdem unter und reissen ihre Staaten mit in den Bankrott.

Sind niedrige Zinsen, sind 0% jetzt das richtige? Niedrige Zinsen sind das Signal: Alles war gut und es wird so weitergehen. Das Geld bleibt billig. Viele sind aber der Meinung, dass nichts gut war und es so nicht weitergehen kann. Und da könnten 0% das falsche Signal sein.

Und wie wird 2009 wirklich? Hier die mf-Prognosen für die Entwicklung der BIPs/GDPs 2009 (in Klammern die Prognosen von ÖNB, ifo, RWI und vor allem OECD):

Welt gesamt ? (-0.4%)

CEE gesamt -5% (+2%)

Tschechien -3% (+2.5%)
Polen -2% (+3%)
Slowakei -6% (+4%)
Ungarn -3% (-0.5%)
Ukraine -15% (-2.5%)

Eurozone gesamt -6% (-0.6%)

Deutschland -8% (-2%)
Österreich -5% (-0.2)
Griechenland -5% (+1.9%)

Schweiz -7% (-0.2%)
Island -20% (-9.3%)
UK -11% (-1.1%)

USA -8% (-0.9%)
Kanada -5% (-0.5%)

Japan -1.5% (-0.1%)

Indien +1% (+7.3%)

China +1% (+8%)

In genau einem Jahr wird es hier einen Vergleich der Prognosen geben: mf gegen OECD. Und das wird spannend.

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