Amstetten, NÖ – Schwere Straftaten zum Nachteil v. Familienangeh.

27 Apr

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Presseaussendung vom 27.04.2008, 13:35 Uhr

Presseaussendung der Sicherheitsdirektion Niederösterreich

Die schwersterkrankte, bewusstlose, 19-jährige Kerstin F. wurde am 19.04.2008 angeblich im Wohnhaus der Großeltern in 3300 Amstetten abgelegt. Sie wurde in der Folge in das Landesklinikum Mostviertel-Amstetten eingeliefert. Bei Kerstin fand sich ein handgeschriebener Brief, indem die leibliche Mutter, Elisabeth F. um Hilfe für ihre kranke Tochter bat.

Die weiteren Ermittlungen wurden vom LKA NÖ gemeinsam mit der PI Amstetten geführt.

Bei Nachforschungen zeigte sich folgende Chronologie:
Elisabeth F. ist seit dem 29.08.1984 abgängig. In einem Brief, der ca einen Monat später bei den Eltern eintraf, ersuchte Elisabeth ihre Eltern, ihr nicht nachzuforschen.

Am 19.05.1993 wird die 9-Monate alte Lisa im Mehrparteienhaus der F. mit einem handschriftlichen Brief der Elisabeth F. vorgefunden. Darin erwähnt sie, dass sie bereits eine Tochter (Kerstin) und einen Sohn (Stefan) hätte und kein weiterer Platz für die zweite Tochter wäre.

Am 15.12.1994 wird die 10-Monate alte Monika unter gleichen Umständen aufgefunden.

Am 03.08.1997 wird der 15-Monate alte Alexander an der gleichen Örtlichkeit abgelegt.

In einem Brief, vermutlich im Jahre 2003 schreibt Elisabth F., dass sie am 16.12.2002 einen Sohn (Felix) gebar.

Bei den nunmehr geführten Ermittlungen wurde zur Verifizierung der Verwandtschaftsverhältnisse und zur Ausforschung eines oder mehrerer Kindsväter die DNA Untersuchung der Kinder sowie auch des Josef F. als erfolgversprechenden Ermittlungsansatz gewertet und dementsprechende Anordnungen bei der StA St. Pölten angeregt.

Für eine Behandlung der Kerstin F. war für die Ärzte des LK Mostviertel-Amstetten Kenntnisse über den Krankheitsverlauf erforderlich und wurden deswegen auch ein dementsprechender Presseaufruf getätigt.

Aufgrund einer vertraulichen Mitteilung wurden in den Abendstunden des 26.04.2008 Josef F., 73 Jahre alt, Pensionist, Amstetten wh., in Begleitung seiner Tochter Elisabeth im Nahebereich des LK Mostviertel-Amstetten aufgegriffen und zwecks weiterer Abklärung zur PI Amstetten gebracht.

Elisabeth F. machte bei ihrer Befragung einen äußerst verstörten psychischen und einen auffälligen physischen Eindruck. Nach einem längeren Gespräch und der Zusicherung, dass es zu keinem Kontakt mit dem Vater mehr kommt und auch für ihre Kinder gesorgt wird, war sie zu einer umfassenden Aussage bereit.

Demzufolge sei sie bereits ab dem 11. Lebensjahr vom Vater sexuell wiederholt missbraucht worden. Am 28.08.1984 habe Josef F. seine Tochter in den Keller gelockt, betäubt und sie mit Handschellen gefesselt in einem Raum eingesperrt.

In der 24-jährigen Gefangenschaft sei sie laufend von ihrem Vater missbraucht worden. Daraus entstammen sechs Kinder. Im Jahre 1996 habe sie Zwillinge zur Welt gebracht, beide hätten gelebt, jedoch mangels entsprechender Versorgung wäre ein Kind einige Tage nach der Geburt verstorben. Josef F. habe den toten Körper aus dem Keller entfernt und folglich verbrannt.

Wie bereits angeführt wurden drei Kinder durch vorgespielte Kindesweglegung als Adoptiv- bzw Pflegekinder von Rosemarie und Josef F. angenommen. Die 19-jährige Kerstin, der 18-jährige Stefan sowie der 5-jährige Felix seien seit Geburt gemeinsam mit ihrer Mutter Elisabeth in den Kellerräumen eingesperrt gewesen.

Josef F. holte seine Tochter Elisabeth sowie die Kinder Stefan und Felix aus dem Verließ und habe seiner Gattin erklärt, die Tochter wäre mit den beiden Kindern nach Hause gekommen.

Laut Aussagen von Elisabeth wären sie und die Kinder ausschließlich von Josef F. mit Essen und Kleidung versorgt worden. Die Gattin Rosemarie F. habe von den Gefangenschaften nichts gewußt und habe damit auch nichts zu tun.

Die Opfer wurden in stationäre psyologische Betreuung übergeben. Gegen Josef F. wurde von der StA St. Pölten die Anordnung zur Festnahme verfügt. Der Beschuldigte ist zurzeit nicht zur Aussage bereit.

Zurzeit werden Auskunfts- und Bezugspersonen einvernommen sowie die Spurensuche am Tatort durchgeführt.

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Eine Antwort to “Amstetten, NÖ – Schwere Straftaten zum Nachteil v. Familienangeh.”

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  1. Zur Wahnsinnstat in Amstetten « Der alltägliche Wahnsinn - April 28, 2008

    […] Zur Wahnsinnstat in Amstetten Eine Chronologie gibt es hier. […]

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