NÖ: Nach Giftanschlag auf Bürgermeister jetzt Anschlag auf den Rechtsstaat

28 Feb

Nach dem Giftanschlag auf den Bürgermeister von Spitz (NÖ) gibt es jetzt vermutlich einen Vedächtigen: Bei einem 55-jährigen soll es nach Polizei-Angaben eine DNA-Übereinstimmung geben.

Und damit nicht genug: Der Name des Verdächtigen (es gilt die Unschuldsvermutung!) wurde der versammelten Presse mitgeteilt. Und damit auch nicht genug: Diverse Medien haben diesen Namen tatsächlich publiziert und so findet er sich etwa in der Internetausgabe der Salzburger Nachrichten [„Der Giftanschlag auf den Spitzer Bürgermeister Hannes Hirtzberger vom 9. Februar scheint geklärt. Ein Verdächtiger, der 55-jährige Winzer H***** O******* aus Spitz, ist …“] , während sich etwa  die Krone mit einem abgekürzten Nachnamen begnügt.

Die Liste jener Medien, die den Namen publiziert haben (Stand 17h25):

– Salzburger Nachrichten

– ORF

– Vorarlberg Online

– wien-heute.at

– Kurier

– Die Presse

Die Grenze zwischen Boulvard und Qualität scheint fliessend. Eine besondere Rolle nimmt der ORF ein: Während das ORF-Radio die Namensnennung durch die Polizei kritisiert, haben ORF-Online-Redakteure offensichtlich kein Problem damit. 

In den USA übrigens könnte der Verdächtige aufgrund der massiven Vorverurteilung (incl. Namensnennung) gar nicht mehr vor Gericht gestellt werden. 

Das Innenministerium hat vielleicht den Fall geklärt, ansonsten aber wieder einmal seine Inkompetenz unter Beweis gestellt.

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