Google kennt das “Kulturdelikt” bereits, mit 261 Treffern ist es aber noch reichlich exotisch, die Suchmaschine schlägt sogar ein anderes Wort vor: “Kulturdult”.
Was ist also ein “Kulturdelikt” nach Fekter? Das öffentliche Rülpsen und Ausspucken im ersten Wiener Gemeindebezirk? Das zwar in vielen der Regionen der Erde ungestraft bliebe, im Ersten aber eine “Störung der öffentlichen Ordnung” darstellen könnte? Oder sind damit Touristen gemeint, die ihren Hund beim Spaziergang im Salzkammergut nicht an die Leine nehmen, weil das (zum Beispiel) in Schweden vielleicht gar unüblich ist? Oder sind es österreichische Touristen in Dubai, die an der Hotelbar whiskeytrinkend ein “Kulturdelikt” verüben und dann nach der Heimreise vor dem zuständigen Bezirksgericht stehen? Teurer Nachurlaub sozusagen?
Wohl nicht! Frau Fekter hat andere Delikte im Auge: Solche nämlich, die “nichteinheimische” hier lebende Menschen begehen könnten. Sie denkt an Zwangsheirat, an Genitalverstümmelung. Kurzum sie denkt an Delikte, die zwar bereits geahndet werden (können), offensichtlich aber nur darauf gewartet haben, eine neue Bezeichnung verpasst zu bekommen. Körperverletzung, Nötigung, Bigamie usw heissen die Delikte dann künftig nur noch für die echten Austriaken, den anderen bleibt das ”Kulturdelikt”.
